Von Stefan Wipplinger
Das Märchen der Frau Holle wird in die Gegenwart katapultiert. Zuschreibungen wie Fleiß und Faulheit bekommen in der freien Marktwirtschaft ganz neue Gesichter. Die Firma HollewoodTM, geleitet von der charismatischen C.E.O. Frau Holle, hat sich von einem kleinen Betrieb zum konkurrenzlosen Imperium für Schneedienste aller Art entwickelt. Die zwei Marienschwestern absolvieren gleichzeitig ihr Praktikum in HollewoodTM und werden auf verschiedene Weise ausgebeutet – und das natürlich kostenlos.
Dafür steht Max Howitz allein auf der Bühne und muss vier Frauen und einen Hahn mithilfe von Masken verkörpern. Diese trägt er nicht nur im Gesicht, sondern überall am Körper. Oje, was für eine Arbeit!
Produktion: WagnerHowitz
Spiel: Max Howitz
Regie: Rico Wagner
Text: Stefan Wipplinger
Ausstattung: Jara Lopez Ballonga
Masken: Gildas Coustier (manufaktor)
Fotos: Mathias Völzke
„An der Berliner Schaubude wird der Märchenklassiker der Brüder Grimm nicht als braves Puppenspiel aufgeführt, sondern so richtig gegen den Strich gebürstet. Dass Frau Holle lieber Ski fährt, als Betten zu schütteln, ist da nur ein Detail, das die Moral von der Geschichte am Ende vielleicht auf den Kopf stellt.“
Regine Bruchmann