Die Hauptfigur in dieser Inszenierung ist nicht wie im gleichnamigen Kinderbuch ein Junge, sondern ein verspielter, immer neugieriger, leicht skurriler etwas älterer Mann, der von Kindesbeinen an eine Vorliebe für Wale hat. Er weiß zum Beispiel, dass der Blauwal das größte Lebewesen der Erde ist, das bis zu 33 Meter lang und 150 Tonnen schwer (also fast so viel wie zwei moderne E-Loks zusammen) werden kann und auch dass das Herz eines Blauwals so groß wie ein kleines Auto ist. Er ist sozusagen ein Wal-Nerd, hat aber zu seinem Leidwesen noch nie einen Wal gesehen.
Und so begibt er sich gemeinsam mit den Kindern auf die Reise des Wartens: „Wenn du deinen Wal sehen willst, brauchst du ein Fenster, ein Meer, und Zeit, um zu warten, Zeit um zu schauen…“ Er lässt sich immer wieder ablenken, von Rosen, Wolken, einem Piratenschiff, einem Pelikan oder grünem Gekrabbel im Gras. Hat er durch diese Tagträumereien den Wal verpasst? Warten kann bisweilen ganz schön anstrengend, langweilig und doof sein, und so durchläuft der Walsucher während des Wartens emotionale Höhen und Tiefen. Werden wir am Ende einen Wal sehen?
Regie, Puppenspiel, Dozent: Andreas Mihan
Schauspiel, Regie: Martin Heesch
Frei nach dem Kinderbuch „Wenn du einen Wal sehen willst“ von Julie Fogliano